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Gesellschaftskrise?

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Gesellschaftskrise?

Leben wir in einer Gesellschaftskrise?

Moral funktioniert nur, wenn man auch zu einer Selbstkritik fähig und bereit ist. Doch ein Perfektionsglaube und narzisstische. Züge halten einen von einer solchen Erkenntnis ab. So wird das Moralverständnis nur auf andere angewendet und dort, wo man offensichtlich selbst oder seine Gruppe dagegen verstößt, wird dieses ignoriert und verdrängt. Man sieht dies als legitim an, da die Gruppe verteidigt und der eigene Perfektionsgedanke geschützt werden muss. Dafür ist man am Ende dann auch zu einer Lüge bereit. Die Gruppendynamik lässt keine Eingeständnisse zu, besonders wenn es eine dementsprechende Führungspersönlichkeit gibt. Deshalb ist es nicht das, was man für eine Meinung vertritt, sondern wie man sie vertritt. Solange man moralische Grenzen einhält und bereit ist, andere Meinungen zu akzeptieren, ist es unwichtig, welche Meinung man vertritt. Erst ein Überschreiten dieser Grenzen vergiftet eine Gesellschaft. Deshalb sollte Moral einen so hohen Stellenwert in einer Gesellschaft haben.

Eine Gesellschaft sollte nicht nur Toleranz einfordern, sondern auch tolerant gegenüber ihren Randgruppen sein. Mit „Wir lassen dir ja deine Meinung“. Ist das nicht getan. Sie sollten angehört, ernst genommen und integriert werden.

Die gesellschaftliche Polarisierung und daraus folgende Verflechtung von extremen Positionen ist nicht durch die Veränderung einzelner Positionen festzumachen, sondern resultiert aus der gesamten Verhaltensstruktur einer ganzen Gesellschaft. So sind es nicht nur die Meinungen selbst, die polarisieren, sondern das, wie sie vertreten werden. Die Verhärtung und der Umgang mit den Meinungen. Der gesellschaftliche Perfektionsanspruch hat anfangs die Toleranz gegenüber Andersdenkenden verringert und führt nun zur völligen Ablehnung einer kontroversen Position. Kompromissbereitschaft wird als Schwäche angesehen. So hat sich die Gesellschaft langsam radikalisiert. Eine Erziehung von Generationen von narzisstisch auffälligen Menschen, die über eine Lebenslüge ihre Perfektion versuchen, aufrechtzuerhalten. Gerade so eine Menschengruppe wird für ein perfektes Weltbild leicht begeisterbar sein. Die sozialen Medien bieten nun einen hilfreichen Ort, um seine Meinung der Welt mitzuteilen, ob diese daran interessiert ist oder nicht. Um die Abgrenzung zu verfestigen, wird Empörung ausgedrückt. In seiner Meinungsblase, die einem vom Algorithmus ohne Zutun zugeteilt wird, toben sich gegenseitig aufhetzende Rechthaber so auf, dass es immer wieder zu Radikalisierungen führt. Dieser Zusammenhang wird aber natürlich bestritten. Es sollte klar sein, dass es sich nicht nur um politische, sondern auch um andere Bereiche wie Religion oder Wissenschaft handelt.

Hier ist die gesamte Gesellschaft gemeint. 

Eine moralisch geschulte Gesellschaft sollte sich selbst auch kritisch betrachten können und eine Eigenverantwortung zeigen. Auch im Verhalten ihrer Bevölkerung und deren Radikalisierung und Polarisierung. Das Versagen erkennen, dass die moralische Balance nicht ausgeglichen wurde. Im Grunde könnte man Meinungsfreiheit, nein, sogar Freiheit überhaupt erst in einer moralisch ausgeglichenen Gesellschaft ausleben. Die moralische Balance zwischen Kompromiss, Toleranz, Respekt, Anteilnahme und Einsicht innerhalb und als Gesellschaft insgesamt macht erst eine freie Gesellschaft möglich. Wenn dieses Gleichgewicht außer Kontrolle gerät, werden einzelne Kräfte überhandnehmen und so diese Balance erst stören und dann sogar zerstören. Durch die perfide Behauptung einzelner Gruppen, die Kontrolle über die moralische Instanz zu wahren und die einzigen zu sein, die diese verteidigen, fangen sie gutgläubige Bürger erst mit dieser Lüge ein, um am Ende ihnen ihre Freiheit zu nehmen. Durch die immer enger werdende Meinungslandschaft wird am Ende sogar die Kompromissbereitschaft oder das Verständnis für die Gegenseite als störend empfunden und dann diese am Ende zum Feind erklärt. Nochmal: Es ist nicht die Meinung, sondern wie man sie vertritt! Und die daraus folgende Rhetorik. Wenn man genauer hinsieht, existieren in den meisten Gesellschaften moralische Grundregeln, wie „Du sollst, nicht töten“ und ähnliche. Nur werden sie anders umschrieben, gedeutet und reguliert. Warum ist das so, dass, obwohl viele Kulturen lange überhaupt nicht voneinander wussten, trotzdem solche Regeln eingeführt haben? Die größten Unterschiede sind sicher bei der Toleranz, dem Respekt und der Bestrafung zu finden. Am anfälligsten und leichtesten zu manipulieren sind Menschen beim Thema Sicherheit. So können Übertreibungen und Angstmache, diese gepaart mit Lügen und Versprechungen, für eine Ideologie gefügig gemacht werden. Hoffen wir, dass unsere Gesellschaft immer wieder die Kraft findet, sich diesen zerstörerischen Mächten zu widersetzen.

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